Erläuterung PIAF

Erläuterung der vom Bundessortenamt für das PIAF-System zur Verfügung gestellten Schlüssel

0. Einleitung

Um den Verwaltungsaufwand zu minimieren, wurden in das PIAF-System vorhandene Schlüsselsysteme vom Bundessortenamt integriert. Das betrifft folgende Schlüssel:

  1. Sorten (Kenn-Nummern)
  2. Pflanzenarten
  3. Orte (WP und LSV)
  4. Vorspann (Versuchs- und Vorfrüchte)
  5. Merkmale und Formeln
  6. Standards (PIAF spezifische Beschreibung von Versuchen)
  7. Sortimentsschlüssel der Wertprüfung

Die Schlüssel werden vom Bundessortenamt mindestens einmal pro Jahr passwortgeschützt im Internet zur Aktualisierung des PIAF-Systems bereitgestellt. Die Aktualisierung erfolgt über die Im- und Exportfunktion des PIAF-Systems. Das Bundessortenamt stellt dafür die verschiedenen Export-Dateien zur Verfügung.

1. Sorten (Kenn-Nummern)

Es werden alle Sorten, die zugelassen sind, bzw. für die die Zulassung beantragt wurde, sowie die Sorten, die nach §55 Saatgutverkehrsgesetz anerkannt werden können, bereitgestellt. Sorten, die gelöscht wurden, werden in einer extra Datei zur Verfügung gestellt. Eine Ausnahme bilden gelöschte Sorten, die im laufenden Erntejahr noch in Versuchen stehen. Zusätzlich werden die Sorten, für die die Pro-Corn GmbH in früheren Jahren die Kenn-Nummern vergeben hat, angefügt.

Zwischen dem Bundessortenamt und der Pro-Corn GmbH wurde folgende Kenn-Nummern-Vergabe vereinbart:

Institution/EinrichtungKenn-Nummern vonKenn-Nummern bisStück
Bundessortenamt000019000090.000
EU-Versuche90001990009.000
Länderstellen9900199999999

Nach einer Vereinbarung zwischen Pro-Corn GmbH und Bundessortenamt vergibt nur noch das Bundessortenamt Kenn-Nummern. Benötigt die Pro-Corn GmbH oder ein Land eine neue Kenn-Nummer so wird diese durch das Bundessortenamt zur Verfügung gestellt.

Beschreibung der Sorteninformationen

Die Sorteninformationen werden in PIAF in der Tabelle "CODE" gespeichert. Die Tabelle enthält die folgenden Felder:

FeldInhalt
CODESYSTEM_HERKUNFT"BSA"
CODESYSTEM_ID1001 (Nummer des Codesystems)
CODEKennbuchstaben und Kenn-Nummer der Sorte; dabei wird folgendes Format eingehalten: 3 Zeichen für die Kennbuchstaben (sind die Kennbuchstaben kürzer wird mit Leerzeichen aufgefüllt; dies ist bei der Suche zu beachten) 1 Leerzeichen und die fünfstellige Kenn-Nummer mit führenden Nullen
WERTSorteneigenschaften
WERTLANGSortenbezeichnung oder wenn keine vorhanden ist die vierstellige Züchterabkürzung mit der Kenn-Nummer
ZUSATZ1vierstellige Züchterabkürzung
ZUSATZ2ZE - Zulassung erteilt; ZA - Zulassung beantragt; ZL - Zulassung gelöscht; P55 - Sorten nach §55 SaatG; ARF - Artfremde Sorte; RES - Referenzsorte; VBS - Verbundsorte; PRO - durch die ProCorn GmbH vergebene Kenn-Nummern
HERKUNFTP (für PIAF)
FLAGPSM0 (nicht für PIAF-PSM)
FLAGSORTEN1 (für PIAF-SORTEN)

 

Update – Regeln:

Die aktuelle Sorten-Liste wird einmal pro Monat bereitgestellt.

Hinweis:

Die im Internet bereitgestellten Sorteninformationen, die für alle Nutzer zugänglich sind, beinhalten weitere Informationen.

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2. Pflanzenarten (Kennbuchstaben)

In der Arttabelle sind der Kennbuchstabe sowie die deutsche Bezeichnung der Pflanzenart enthalten.

Das BSA hat Teile des EPPO-Codes in Amtshilfe offiziell von der BBA in Braunschweig übernommen und stellt die Verbindungen zum BSA-Pflanzenartencode her.

Auf Wunsch der Länder wurden für das Modul PIAF-Sorten auch Artengruppen freigeschaltet. Es wird darauf hingewiesen, daß an das Bundessortenamt nur Versuche geliefert werden können, bei denen der Pflanzenart auch ein BSA-Kennbuchstabe zugeordnet ist.

Beschreibung der Pflanzenartinformationen

Die Pflanzenartinformationen werden in PIAF in der Tabelle "FAG" gespeichert. Die Tabelle enthält die folgenden Felder:

FeldInhalt
FAG_KEYSchlüssel für die Verwendung in PIAF. Sofern vorhanden wird hier der EPPO-Code eingetragen. Falls einem BSA-Schlüssel kein EPPO-Code zugeordnet werden kann, wird der in dieser Spalte ‚YY‘ + <BSA-Kennbuchstaben> eingetragen.
BEZdeutsche Bezeichnung der Pflanzenart
F_KLleeres Feld
EPPO-CodeEPPO-Code (PIAF-PSM)
FLAGPSMentsprechend der Nutzung in PIAF-PSM / PIAF-Sorten "0" oder "1"
FLAGSORTENentsprechend der Nutzung in PIAF-PSM / PIAF-Sorten "0" oder "1"
LEVEL1leeres Feld
LEVEL2leeres Feld
BSA-CodeBSA-Kennbuchstaben (Einträge werden durch BSA vorgenommen)

Update – Regeln:

Eine Aktualisierung erfolgt, wenn eine neue Pflanzenart aufgenommen wird.

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3. Orte (WP und LSV)

Innerhalb der PIAF-Arbeitsgruppe konnte kein einheitlicher Ortsschlüssel festgelegt werden. Die Länderdienststellen können eigene Schlüssel benutzen.

Das Bundessortenamt pflegt ebenfalls einen eigenen Schlüssel.

Der BSA-Schlüssel setzt sich aus einem zweistelligen Länderschlüssel und einem dreistelligen Ortsschlüssel zusammen und dient der Codierung der Versuchsorte der Wertprüfung, sowie der Landessortenversuche. Die Ortsnummern sind nach folgendem Schema codiert:

NummerNutzung
001 - 299Wertprüfungsstandort
301 - 399Sortenförderungsgesellschaft
401 - 899Landessortenversuche
901 - 999Sonstige (z.B. Bundessortenversuch)

Bei der Eingruppierung in die einzelnen Gruppen gelten folgende Regeln:

  1. Werden an einem Ort WP- und Landessortenversuche angelegt, so wird der Ort als WP-Ort eingeordnet.
  2. Orte mit integrierten WP/LSV-Versuchen werden als WP-Orte eingeordnet.
  3. Als LSV-Orte eingestufte Orte, die später eine WP übernehmen, können zu einem WP-Ort umgestuft werden. (Die PIAF-Ortsnummer bleibt erhalten.)
  4. Als WP-Orte eingestufte Orte, die später nur noch LSV-Orte sind, können zu LSV-Orten umgestuft werden. (Die PIAF-Ortsnummer bleibt erhalten.)
  5. Ein Ort darf pro Erntejahr nur eine Ortsnummer haben (Datenkonsistenz).

Beschreibung der Ortsinformationen

Die Ortsinformationen werden in PIAF in der Tabelle "Ort" gespeichert. Die Tabelle enthält die folgenden Felder:

FeldInhalt
LANDLänderschlüssel
ORTNEUOrtsschlüssel in PIAF (eindeutige ID in PIAF)
ORTLänderspezifischer Ortsschlüssel (wenn nur BSA-Ort, dann "B" + Ortsnummer des BSA)
BSAOrtsnummer des BSA
BEZLänderspezifische Bezeichnung des Ortes (wenn nur BSA-Ort, dann Bezeichnung des BSA)
KURZNAMEOrtsabkürzung BSA
KOMMENTARKommentare zum Ort
PLZPostleitzahl des Versuchsortes
WETTER_STATleeres Feld
FLAGDEAKTIVIERT0 (aktiv) oder 1 (nicht aktiv)

Die Ortsschlüssel wurden gemeinsam von den Ländern und dem Bundessortenamt überarbeitet.

Update – Regeln:

Die aktuelle Orts-Liste wird einmal pro Jahr (August) bereitgestellt.

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4. Vorspann

Der Vorspannschlüssel dient der Beschreibung der Versuchsbedingungen. Folgende Schlüssel des BSA (graues Heft) sind im PIAF integriert.

Integrierte Schlüssel
BeschreibungVariable
Bodentyp (bdy)BDTYP
Geologische HerkunftGEOHK
Bodenart (bda)BODNA
Humusgehalt (hum)HUMGH
Grundbodenbearbeitung (grb)AGRBO
Organische Düngung (org)VSDGO/VFDGO
Feuchtigkeitsgehalt (feu)FEUTL
Mineralische Düngung (due)DUENG
Versuchs- und VorfrüchteLVFRU/VVFRU/ZWIFRU/VSFRU

Es wurde versucht, für die Versuchs- und Vorfrüchte den allgemeinen Pflanzenartenschlüssel zu nutzen. Dieses ist aber nicht möglich, da der Vorspannschlüssel neben einzelnen Pflanzenarten auch Pflanzenartengruppen (z.B. Getreide, mehrere Fruchtarten) und Kombinationen von Pflanzenarten mit Nutzungsrichtungen (z.B. Ackerbohne (Körnernutzung); Roggen, Winter- (Grünnutzung)) enthält.

Beschreibung der Schlüsselinformationen für die versuchsbeschreibenden Variablen:

Die Schlüsselinformationen für die versuchsbeschreibenden Variablen werden in PIAF in der Tabelle "CODE" gespeichert. Die Tabelle enthält die folgenden Felder:

FeldInhalt
CODESYSTEM_HERKUNFT"BSA"
CODESYSTEM_ID1003 - 1020 (Nummer des Codesystems)
WERT1Schlüssel-Nummer des BSA (entsprechend dem grauen Heft)
WERT2leeres Feld
WERTLANGSchlüssel-Bezeichnung (Label) des BSA (entsprechend dem grauen Heft)
ZUSATZ1leeres Feld
ZUSATZ2leeres Feld
HERKUNFTP (für PIAF)
FLAGPSM0 (nicht für PIAF-PSM)
FLAGSORTEN1 (für PIAF-SORTEN)

Update – Regeln:

Die aktuelle Liste für die versuchsbeschreibenden Variablen wird bei Änderungen bereitgestellt. Bei der Überarbeitung der "Richtlinien für die Durchführung von landwirtschaftlichen Wertprüfungen und Sortenversuchen" wurden auch die Schlüssel-Bezeichnungen (Label) der Versuchs- und Vorfrüchte überarbeitet. Die Änderung wird zur Verfügung gestellt.

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5. Merkmalsschlüssel und Formeln

Mit der Entwicklung des PIAF-Systems wurde ein neuer umfassender Merkmalsschlüssel benötigt. Der bestehende BSA-Code wurde integriert und um einige Merkmale erweitert. Der neue Schlüssel setzt sich aus einem Sechser-Tupel (Name, Objekt, Bezug, Methode, Herkunft, Variante) zusammen.

Beschreibung der Schlüsselinformationen für die Merkmale:

Die Schlüsselinformationen für die Merkmale werden in PIAF in der Tabelle "MERKKEY" gespeichert. Die Tabelle enthält u.a. die folgenden Felder:

FeldInhalt
NAMEName
OBJEKTObjekt
BEZUGBezug
METHODEMethode
HERK"BSA" (wenn vom Bundessortenamt) aufgenommen; eigene "USR"
VARIANTEfortlaufende Nummer unterschiedlicher Varianten eines Merkmals
M_KEYM_Key des BSA
BSA_NAMEKürzel des Merkmals beim BSA
ISO 
UNITEinheit
FAKTOR 
DEZIMALNachkommastellen
NAME1kurze Bezeichnung
NAME2mittlere Bezeichnung
BEZlange Bezeichnung (nicht mehr gültige Merkmale werden hier mit "ALT" gekennzeichnet)
MINVALUE 
MAXVALUE 
HIERARCHIE 
AGGSTICHPROPEStichprobenart; Eintrag aus {MIN, MAX, AVG, SUM}
FLAGPSM 
FLAGSORTEN 
FLAGEIGEN 
TYPN - nummerisch; C alphanummerisch; D - Datum
ANZSTICHPROBEAnzahl der Werte der Stichprobe
FLAGMWADJUSTstandardmäßige Berechnung von adjustierten Mittelwerten; Eintrag aus {0, 1}
N_ARITHMETISCHgibt an wie viel Prozent der Werte existieren müssen, damit arithmetische Mittelwerte berechnet werden
FELD1 
FELD2 
FELD3 
FELD4 
FELD5 
FELD6 
FELD7 
FELD8 
FELD9 
FELD10 
FLAGPRUEFBERICHT 
FORMEL_HERKUNFT 
FORMEL_ID 
Formel (beinhaltet die verwendeten Formeln) - Tabelle "Formel"
FeldInhalt
HERKUNFT 
FORMEL_ID 
FORMELFormel
KURZBESCHREIBUNG 
BESCHREIBUNG 
Formelmerkmale (beinhaltet die in der Formel verwendeten Merkmale) - Tabelle "FORMELMERKPARAM"
FeldInhalt
HERKUNFT 
FORMEL_ID 
PARAM 
BEZEICHNUNG 
NAMEName
OBJEKTObjekt
BEZUGBezug
METHODEMethode
SCHAD 
Formelvariablen (beinhaltet die in einer Formel verwendeten Variablen) - Tabelle "FORMELVARIAPARAM"
FeldInhalt
HERKUNFT 
FORMEL_ID 
PARAM 
VAR_CODECode der verwendeten Variable

Update – Regeln:

Die aktuelle Liste für die Merkmale und Formeln wird bei Änderungen bereitgestellt.

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6. Standards

In Versuchstypstandards werden Beschreibungen zu Versuchen, Merkmalen, Behandlungsarten und Angaben zum Termin in einem Versuchstyp zusammengefasst. Jeder Serie ist zwingend ein Versuchstyp zuzuordnen. Durch die Verwendung von Versuchstypen ist es möglich, unterschiedliche Typen so zu beschreiben, daß bei den Versuchen jeweils nur die dort notwendigen Angaben angezeigt werden.

Versuchstypen werden aus Standards für Versuche, Merkmale, Behandlungsarten und Angaben zum Termin zusammengesetzt.

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7. Sortimentsschlüssel der Wertprüfung

Beim Bundessortenamt ist eine Serie gekennzeichnet durch Kennbuchstabe (Pflanzenart), Sortiment und Erntejahr.

Da der Sortimentsschlüssel mehr Informationen enthält als das einfache Wertprüfungsjahr (z.B. "Z" für zweizeilige Wintergerste), ist der Schlüssel etwas umfangreicher.

Für die Auswahl des richtigen Schlüssels sei auf die Anbauplannung verwiesen.

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